Sonntag, 26. Juni 2016

Teil 25 - Auf zu fernen Landen!

Es waren gut eine volle Woche vergangen, nachdem Ari den anderen ihre Vergangenheit erzählte.
Eigentlich hatten sie vor nun weiterzuziehen, doch so änderten sich ihre Pläne mit dem großen Handelsfestival. Dutzende Schiffe lagen all die Tage vor Anker am Hafen und zig Händler aus den entferntesten Regionen dieser magischen Welt versuchten auf den drei Marktplätzen ihre wundersamen Gegenstände zu verkaufen.
Der hiesige Verkauf seltsamer Waren aus aller Welt interessierte unsere Freunde wenig, denn andere spaßigere Aktivitäten zogen sie in den Bann.

Rocky unser kleiner verrückter Sturkopf nahm erfolglos an einem Angelwettbewerb teil, wo er doch tatsächlich versuchte den größten Fisch aller Zeiten zu fangen. Cora hingegen verabschiedete sich entgültig von ihrer grausamen Vergangenheit und versuchte in Einsamkeit in einer nahen Höhle ihre Windmagie besser zu beherrschen. Ari war ziemlich ungestüm während des gesamten Festivals.
Sie interessierte sich für so gut wie alles und doch nicht genug um etwas ausgiebig zu versuchen. Meist belauschte sie unzählige Personen um den neusten Tratsch und Klatsch zu erfahren, worunter sicherlich mehr Unsinn untergeschoben war, als sonstwo....
Sina hingegen hatte großen Spaß beim Festival und gewann bei einige einfachen Spielchen, einige aktuell nicht nennenswerte Belohnungen.
In einem Spiel lernte Sina den kleinen Piratenjungen Maro kennen, der mit seinem Piratenfreunden in der Stadt halt macht um Vorräte zu erwerben.

Am letzten Tag des Festivals lud Maro Sina und ihre Freunde auf ihr Piratenschiff ein um nett zu feiern, wo sie sich gründlich kennenlernten.
Für Rocky war die Feier auf dem Schiff weniger etwas, da dem kleinen Kobold ständig übel wurde, von leichten Schaukeln des Schiffes. Wer hätte gedacht, dass ein Kobold, der Jahrelang unter der Erde lebte Seekrank ist?!
Cora war, wie nicht anders ihrem Element entsprechend zu erwarten, überaus interessiert an den Segeln des Schiffes.
Ari zeigte ein untypisches Verhalten, denn sie flirtete mit dem Smutje in dessen Kombüse, der wohl sehr ansprechend für die kleine Orb-Elfe schien.
Einzig unsere kleine Anführerin Sina hörte sich gespannt, die teilweise lustigen Piratengeschichten der Crew an.
In Gesprächen kam das Thema Insel der Piratenhexen auf, was Sinas Aufmerksamkeit erweckte und so wurde ihr natürlich einiges darüber erzählt.
Auch Maro war für sie sehr interessant. Er war genauso alt wie sie, beherrschte aber keine Magie. Sein piratisches Leben war geprägt von Diebstählen, Raubzügen und wilde Säbelkämpfe auf schönen tropischen Inseln.
Sina fühlte sich sehr angezogen zu ihm, wusste aber durchaus noch nicht, wie weit sie dies zulassen sollte...

Stunden vergingen und so schilderten die Piraten-Crew ihr nächstes Reiseziel: Das Azurblaue Riff. Ein Gebiet mit vielen schönen Inseln und inmitten die Hauptstadt der Piraten selbst: Die Hexensäbel-Insel.
Nachdem unsere Helden erfuhren, dass es dort sogar Meerjungfrauen gibt, entschieden sie sich bei den Piraten mitzufahren um die Meere zu überqueren und die Wunder auf fernen Inseln zu entdecken.
Der Tag der Abreise kam schnell und so legte das Schiff ab und segelte langsam in ferner Richtung.
Einzig Sina stand bei Deck an der Reling und blickte gen Ziel. Ihre Gedanken waren ruhig und sie erhoffte sich viele neue Wunder zu sehen und obwohl der Wind eine düsterte Vorahnung ins Sinas Gesicht pustete, lächelte sie aufgeregt mit dem Herzen bereits am Ziel angekommen....

ENDE Kapitel 1.
- Von nun an folgt Kapitel 2: Die Meere der Finsternis....

Montag, 30. Mai 2016

Teil 24 - Ari´s Wahrheit. Eine tausendjährige Freundschaft!

Sie öffnete ihre Augen.
Komischerweise waren sie nicht mehr in der Kanalisation. Sie waren wieder im Gasthaus. Vermutlich war sie wieder ohnmächtig geworden und die anderen brachten sie hierher, damit sie sich ausruhen konnte.
Das Zimmer war still und friedvoll. Sina richtete sich leicht auf und blickte sich ausgiebig im Zimmer um.
Ihre Freunde waren alle da. Cora stand am offenen Fenster und schien den Wind, der durch ihre Haare wehte zu genießen. Rocky lag gemütlich wie ein echter Macho auf einem der Betten und schnarchte laut, was aufzeigte, dass er ein genüßliches Nickerchen machte. Einzig Ari konnte Sina nicht erblicken.

Sina versuchte aufzustehen, fiel aber kraftlos sofort wieder zurück, was sie leicht irritierte. Sie fühlte sich sehr gut und doch schien sie kraftlos und geschwächt zu sein. Das soll einer verstehen, dachte sie sich ärgerlich. Aber sie gab sich dennoch damit zufrieden, dass alles okay war.
Die Tage kosteten halt viel Kraft. Eine gestörte Kultistin samt Gefolge entführte ihre neue Freundin, zusammen brachte ihre Magie nichts gegen deren unheimliche Barriere und dann die Beschwörung des Phönix....  nicht zu vergessen der Kontakt mit ihrer Ahnin Salina. Ziemlich viel für einen Tag.
Sina blickte sich weiterhin ruhig um. Sie lächelte, denn alles war so friedlich. So mochte sie die Tage. Keine Sorgen, keine Kämpfe... einfach alles normal. Dennoch beherzigte sie, dass sie nun akzeptierte, dass auch die Dunkelheit ihren rechtmässigen Platz auf der Welt hat.
"Wie gehts dir, Sina?" flüsterte eine Stimme oberhalb von Sinas Kopf. Sina erschrak kurzzeitig und blickte sich verwirrend um.
Es war Ari, die doch tatsächlich auf Sinas Kopf platz nahm! Sie gleitete sanft auf Sinas Schoß. Sina antwortete nicht. Sie hatte die Frage seltsamerweise sofort vergessen. Cora bemerkte Sinas Wachsein und schloß instinktiv das Fenster und ging langsam zu Sinas Bett.
Rocky der alte Giftzwerg war immer noch am schnarchen. Cora hockte sich vor Sinas Bett hin und blickte diese ruhig an. Scheint ihr gut zu gehen, dachte sie sich beruhigt.
"Es sind alle okay, oder?" fragte Sina entspannt. Cora grinste und erwiderte: "Ja wir sind okay.. obwohl... bei diesem kleinen Giftzwerg da bin ich mir da nicht so sicher!". Rocky riss schlagartig die Augen auf.
"Wer ist hier ein Giftzwerg?" krakellte er mürrisch. Sina und Cora fingen an zu lachen. Es war eine lustige Situation und eine humoristische Stimmung lag im Raum. Besonders natürlich, weil Rockys Zipfelmütze verrutscht und sein Bart voller Sabber war. Er sah schon wie ein kleiner Giftzwerg aus.
Sina richtete ihren Blick auf Ari, die immer noch sanft auf ihren Schoß saß. "Ari... ich soll dich ganz herzlich von Salina grüßen" sagte Sina mit leicht hinterhältiger Stimme.
Rocky zog wie vom Blitz getroffen ein überraschtes Gesicht. Ari antwortete nicht. Sina blickte Ari durchschauend an.
Ari hob ab und flog zum Fenster, wo sie anhielt und hinaus blickte. Cora war wohl die einzige die nicht sofort verstand was los war und innerlich versuchte hinter Antworten zukommen um das alles ebenfalls zu verstehen.
"Bitte erzähle es uns" sprach Sina begierig.
"Ich wusste das dieser Tag kommt. Es war unvermeidlich als ich mich dir anschloss. Vor der Vergangenheit kann man nicht weglaufen..." sprach Ari betrübt und doch ruhig. Sina, Cora und Rocky sagten kein Wort. Sie lauschten begierig Aris kommende Worte.

"Salina oder besser bekannt als Goldhexe und ich waren Freunde. Vor etwas über eintausend Jahren traf ich sie zusammen mit ein paar anderen. Sie war eien Teenagerin mit großen magischen Kräften und wir freundeten uns schnell an.
Sie hatte eine unglaubliche Gabe Freunde zu finden. Ich schloß mit ihr und ihren Freunden an und zusammen bereitsten wir viele Orte. Schöne... magische.. düstere.. vom Bösen verseuchte... Wir lernten viel in dieser Zeit, kämpften um unser Überleben, retteten Dörfer und Städte vor schlimmen Menschen und Kreaturen, fanden machtvolle Artefakte und mussten sogar zusehen wie einiger unserer Freunde im Kampf starben.
Es war eine wilde grausame Zeit auf der Welt. Aber wir machten weiter und reisten bis in die entferntesten Ecken dieser Welt.
Und schließlich fanden wir die Quelle für das damalige Unheil.... und natürlich begannen wir dieses zu bekämpfen. Mit all unseren Mächten.
Einer nach dem anderen unserer Reisegefährten fiel im Kampf, bis nur noch Salina und Ich übrig waren.
Wir hatten viel Unheil besiegt... machthungrige Eiszwerge verbannt, Drachen gereinigt, Dunkle Kulte vernichtet und.........
Nun jedenfalls kam es zur großen Schlacht in der sich alles entscheiden sollte. Unser Feind war mächtig.. zu mächtig. Salina entschied sich ihre wahre Macht, die sie ansammelte einzusetzen um die Welt zu retten.
Das tat sie und mit einem lächeln opferte sie den Preis dafür.... ihr Leben. Ihr Leben für den neuen Frieden auf der Welt.
Das einzige was übrig blieben waren ich und ihr kleiner Sohn, den sie ein Jahr zuvor bekam.
Ihr Sohn wuchs bei der Familie seines Vaters auf.. gebildete liebenswerte Menschen und ich kehrte schließlich zum Orbelfen-Wäldchen zurück. Die Zeit verging und ihr Sohn wuchs heran und bekam ebenfalls Nachkommen und die ebenfalls wieder Nachkommen und schlussendlich warst du dann da Sina... genau eintausend Jahre nach dem Opfer deiner Ahnin.
Als ich dich und deine Kräfte sah, wusste ich, dass du die Inkarnation ihrerselbst warst..Nein.. bist. Es war das gleiche Gefühl wie bei ihr. Es ist so lange lange her. Es war so als würde ich sie nocheinmal sehen, sie nocheinmal hören können.
Und so entschloß ich mich, dich zu begleiten. Eintausend Jahre.... Nein. Eine eintausendjahre alte Freundschaft zwichen mir und ihr. Nicht vergessen, nicht zerrissen. Sie existiert weiter... in dir Sina" erzählte Ari emotional.
Stille war im Raum und Tränen floßen all ihre Gesichter hinunter....

Donnerstag, 12. Mai 2016

Teil 23 - Salina Firilia. Das Mädchen das zur Legende wurde!

Das Gefühl der Wärme entschwand langsam.
Sina hörte auf, die junge Frau zu umarmen und schrat zwei Schritte zurück. Die Frau schaute sie freundlich an.
Immer noch zog der Wind in einer warmen sanften Brise durch ihre Haare. Es war ein so friedvolles Gefühl.
Sie blickten sich einfach nur schweigend an. Für diesem Moment brauchte man keine Worte und kein Satz hätte das aussagen können, was gefühlt wurde.
"Setz dich, Sina" sagte die Frau und zeigte mit ihrer Hand zu zwei passenden Steinen in der Nähe.
Sina nickte und nahm auf einem der Steine Platz. Es war ein friedlicher Platz geworden. Kaum vorzustellen, dass hier eben dutzende Untote vernichtet wurden, dachte sie sich.
"Denk am Besten daran nicht mehr" sagte überraschend die Frau und nahm ebenfalls Platz auf dem verbliebenden Stein.
Sina war überrascht und verwundert. Die junge Frau kicherte und hielt sich dabei die Hand vor den Mund.
"Du bist die Goldhexe, richtig?" fragte Sina zurückhaltend. Sie wollte auf keinem Fall unverschämt rüberkommen. "Ja und Nein" antwortete die Frau. Sina verstand nicht und bevor sie gelegenheit bekam, wiedermals dessen zu erfragen, unterbrach sie die Frau mit einer Fingerbewegung.
"Richtig wäre als Antwort: Ich war die Goldhexe. Doch wie du sicherlich weißt lebe ich nicht mehr. Genau genommen bist du jetzt in diesem Zeitalter die Goldhexe. Nein. Ganz stimmt das nicht, meine kleine... du wirst erst noch zur Goldhexe" erzählte die Frau ruhig und sachlich.
Die Tatsache verwunderte Sina stark, denn nach ihrem -Anfall- wo die goldene Macht in ihr erweckt wurde und sie im Orbelfen-Wäldchen alle Goblins besiegte, schien doch auszusagen, dass sie als Goldhexe erwacht sei.
Das alles scheint kompliziert zu sein, dachte sie sich. "Das ist es auch!" sprach die Frau ermüdend.
"Was du dort im Wald gespürt und gemacht hast, war nur ein winziger Bruchteil der goldenen Magie. Etwas, was du noch nicht kontrollieren kannst. Auch kannst du noch nicht erkennen, was du damit machen kannst. Aber das kommt alles, wenn du älter und weiser wirst" sprach die Frau.
"Wieso bist du hier? Wie kannst du hier sein, wenn du Tot bist?" erfragte Sina neugierig.
Die Frau dachte kurz mit geschlossenen Augen nach und schmunzelte leise. Sina erkannte ein paar ihrer eigenen Charakterzüge in dieser Frau.
"Schwer zu erklären. Es stimmt. Ich bin Tot und kann nicht mehr teilnehmen an dem irdischen Leben, so wie du, aber ich kann mit meinen Nachfahren kontakt aufnehmen. Und du bist meine Nachfahrin" antwortete die Frau langsam und überlegt.
Sina begann zu kichern.
"Du versucht dich so auszudrücken, dass selbst Babys dich verstehen" sagte Sina und begann zu lachen.
Die junge Frau begann ebenfalls zu lachen. Es war ein herzhaftes Gefühl. Zwei friedvolle Personen herzhaft am lachen.
"Du hast Recht. Ich möchte es dir halt so einfach wie möglich erklären. Ich in deinem Alter verstand so vieles damals nicht, was sehr schade war" erwiderte die Frau freundlich.
"Ich glaube Rocky und die Anderen würden dich sicherlich mögen" sagte Sina leise. Sina grinste und dachte an ihre Freunde.
"Bestimmt. Weißt du Sina... auch ich ging einst wie du auf Reise und traf viele wunderbare Freunde. Es war die schönste Zeit meines Lebens. Ich sah die unglaublichsten Dinge, lernte die tollsten Zauber, erkundete die unheimlichsten Orte und besiegte mit meinen Freunden die schlimmsten Feinde. Das ist eine kostbare Erfahrung" erzählte die Frau ausgiebig.
Sina erkannte sich selbst in der Frau wieder.
"Ich habe eine Frage, die mich seit kurzem beschäftigt. Etwas was mir Angst macht" stammelte Sina nachdenklich.
Die Frau blickte nun ernst zu Sina. Sie wusste genau, was Sina meinte.
"Das goldene Licht das schwarz wird und alles vernichtet" sagte die Frau und Sina schrak auf.
Es war teilweise schon etwas unheimlich, so tief durchschaut zu werden, aber gleichzeitig auch sehr befreiend. Sina nickte betrübt.
"Für ein kleines liebes Mädchen wie dich ist dies sicherlich sehr schwer zu verstehen, aber meine kleine Sina du musst akzeptieren, dass nicht alles auf der Welt gut und schön ist. Wo Licht ist, da ist auch die Finsternis und wo die Finsternis ist, scheint irgendwo auch das Licht. Beides gehört zu Natur dazu und dient als Gleichgewicht. Ich kann verstehen, dass du Angst hast mit deiner Kraft anderen weh zu tun, aber dein Traum war nur ein Traum. Er sollte dir aufzeigen, dass die Dunkelheit einen berechtigten Platz hat auf der Welt und selbst die goldene Magie sie nicht vertreiben kann. Die Dunkelheit ist ebenfalls Teil der goldenen Magie" erzählte die junge Frau nachdenklich und mit ernster Stimme.
"Wie meinst du das, dass die Dunkelheit teil von ihr ist?" fragte Sina schlagartig.
Die Frau lächelte.
"Nun. Die goldene Magie ist eine der zwei uralten Magien der Natur. Sie besteht aus allen 6 Elementen: Feuer, Wasser, Erde, Luft, Licht und Dunkelheit. Wenn alle diese Elemente magisch vereint werden, wird daraus uralte Magie. Und je nachdem ob jemand gutes oder schlechtes sie nutzt ändert sie ihre Farbform. Nutzt ein gutes Wesen diese Magie wird sie golden... fast schon weiss. Nutzt aber ein böses Wesen diese Magie wird sie silbern und wirkt fast schwarz. Das hast du in deinem Traum gesehen, Sina" erläuterte die Frau ausgiebig.
Sina verstand dies sofort und war froh dies so umfassend erklärt bekommen zu haben. Sie wusste nicht, dass selbst die Dunkelheit so wichtig ist udn seinen Platz habe auf dieser Welt. Zum ersten Mal verstand sie warum es auch bösen Menschen und Kreaturen gab und warum diese so schlimme Dinge taten.
Der Wind hörte auf zu wehen.
Die junge Frau stand auf und ging langsam von Sina weg.
Sina konnte in ihrem Kopf die Stimmen ihrer Freunde hören, die sie.
Die junge Frau hielt an, drehte sich aber nicht um. Ihre Haare wehten weiterhin im Wind obwohl gar kein Wind wehte.
Auch Sina stand auf. Schließlich drehte sich die Frau um und lächelte.
"Sina, wärst du so lieb und grüßt Ari von mir? Sag ihr einfach: Schöne Grüße von Salina, ja?" frage die Frau mit einer alles erwärmenden Stimme.
Sina wollte gerade fragen woher sie Ari kenne, doch dann erwachte sie bei ihren Freunden.
Alle waren sie um sie herum. Rocky, Ari und Cora.
Sina war glücklich diese schöne Begegnung gehabt zu haben und sie hätte schwören können, dass ein sanfter Wind sie hier in der Kanalisation ihe Wange gestreichelt habe......

Teil 22 - Legendentraum. Der Phönix der goldenen Hexe!

Alles war schwarz geworden.
Warum eigentlich? Alles was Sina noch erblickte war das flackern und flimmern des Phönix. Das Gefühl Cora gerettet zu haben war unbeschreiblich für sie.
Dennoch... Sie war so müde. So unentlich müde. So eine Beschwörung kostet anscheinend sehr viel Energie, dachte sie sich, während weiterhin alles dunkel um sie wurde.
Alles war wieder still.
Verdammt das hatte ich doch schon einmal, dachte sich sich genervt. Und wieder drang sie ein, die Welt der Träume. Waren es überhaupt Träume? Oder waren es Visionen der Vergangenheit? Sie wollte sich sowas nicht weiter stellen. Sie wollte einfach mal etwas akzeptieren. Cora war gerettet. Das ist alles was zählt und zählen wird.
Und so begannen in der wie Nebel umherwandernden Dunkelheit die Bilder vor ihren Augen zu erscheinen.....

Sina konnte ein liebliches Tal erkennen. In der Mitte einer Schlucht stand eine hübsche junge Frau. Sie war sicherlich so mitte zwanzig, hatte dunkelblondes längeres Haar, welches sanft wie eine Feder im Wind wehte.
Ihre Kleidung war recht dunkel gehalten. Schwarzer Hexenmantel mit viel symbolischen Schmuck. Obwohl die hübsche Frau schwarz trug, überkam Sina kein Gefühl von Negativität oder etwas sehr sehr bösen. Im Gegenteil. Eine liebliche, bekannte Aura umhüllte die Frau.
Diese hatte ein freundliches Gesicht. Ihr Ausdruck könnte aussagen, dass sie absolut glücklich mit sich und der Welt ist. Sina war fasziniert von ihr.
Sie bemerkte aber auch, dass die Frau rundum von einer ganzen Armee von Skeletten und anderen Untoten umstellt war.
Was für ein bedrückendes Gefühl, doch die Frau schien weder Bedrängnis, noch Angst zu haben. Wer war diese Frau, fragte Sina sich ausgiebig.
Wie könne sie nur so ruhig bleiben, während hunderte von Untoten ihr gegenüber standen und sie vermutlich gleich töten würden?
Es war nichts zu hören. Die Untoten griffen an und schreiteten vorwärts. Die Frau zog ein warmes lächeln auf und streckte ihren rechten Arm gen Himmel.
Ein rotgelbes leuchten umfasste ihre Hand und kurz danach schoss ein sanfter goldener Strahl hoch bis in die Wolken.
Die Frau senkte ihren Arm wieder. Die Untoten hielten schlagartig an und blickten verstörend zum Himmel. Nichts rührte sich und alles war still. Was hatte sie getan? Schlagartig durchbrach ein glühendes Wesen die Wolkendecke und raste mit einer geradezu magischen Geschwindigkeit tief hinab ins Tal.

Sina konnte dann erkennen was da angeflogen kam. Es war ein Phönix. Nein, es war der gleiche Phönix, den auch sie beschwor.
Die Untoten schienen beängstigt, was ansich schon etwas darstellt was unmöglich sein sollte. Untote haben keine Angst, denn es gibt nichts mehr was sie zu befürchten hätten und doch war es so. Wieso war es nur so? Gab es etwas was all dem entsagt? Was sogar der Natur in sich selbst widerspräche?
Der Phönix schloss sein Flügel schützend um sich. Jedenfalls nahm Sina dies an. Dann öffnete der Phönix blitzschnell die Flügel und ganze Wellen aus Feuer schoss wie die Flut im Meer über udn durch das gesamte Tal.
Alle Untoten wurden mit einem Schlag verbrannt. Das Feuer umhüllte sogar die Bäume, die Pflanzen, das Gras.. und doch tat ihnen das Feuer keinen Schaden.
Der Phönix löste sich in einer Explosion aus rotem Glitzer auf, was Sina wirklich schön fand. Die Frau stand weiterhin im Tal und lächelte noch immer.
Sie streckte den Arm nach Vorne und ließ etwas von dem verschwindenen roten Glitzer auf ihren Handrücken rieseln.
Sina verstand nicht, wieso die Frau dies machte.
Die Frau richtete ihren Kopf zu Sina und blickte sie an. Sina war schlagartig erstaunt und meinte zu glauben, dass sie hier im Traum unsichtbar wäre.
Die Frau begann auf Sina zuzugehen. Ihr Haar wehte im Wind und warme Aura umhüllte Sinas Herz.
"Das Feuer verbrennt alles was im Weg ist. Doch so zerstörerisch es auch scheinen mag, so dient selbst die Zerstörung zur wahren Reinigung. Dort wo das zerstörte gereinigt wurde, kann neues Leben entstehen" sprach die Frau sanft. Sie hielt direkt vor Sina an und blickte ihr tief in die Augen.
Sie hob die Hand und streichelte Sina über die Wange.
Sie durchstreifte ein Gefühl des befreitseins, des entlosen Glückes und ungestüm griff sie nach der Frau und umarmte diese.
Der Wind küsste beide und ihre Haare wehten wie göttliche Schleier im Licht. Sie mussten viele besprechen und endlich war die Zeit reif dafür.
Die Frau streichelte Sina durchs Haar und Sina wusste wen sie vor sich hatte. Die Goldene Hexe. Ihre eigene Ahnin und endlich spürte sie ein längst verlorenes Gefühl... Das Gefühl bei seiner Familie zu sein...........

Mittwoch, 11. Mai 2016

Teil 21 - Sina beschwört den Phönix! Der Plan des Kultes-Special!!!

Sie folgten der glitzernden Spur durch die Straßen und Gassen.
Ermüdend hörte die funkelnde Spur beim stinkenden Eingang zur Kanalisation auf. Sina blieb vor dem Eingang stehen und atmete tief durch.
Dort müssen sie Cora mit reingenommen haben, dachte sie sich. "Lass uns hinuntergehen, Sina" sagte Rocky in einem leisen Ton, der immer noch auf Sinas Schulter saß. Sina nickte und ging langsam den dunklen stinkenden Gang runter in die Kanalisation.
Sehr schwach war vereinzelnd etwas von Aris Glitzer übrig geblieben, woran sie sich orientierten.
Der Gestank ließ Sina die Augen tränen. Sie begann sich schützend die Hand vor die Nase und den Mund zu halten in der Hoffnung, es würde den Gestank dämpfen, was leider nicht der Fall war. Rocky schien der Gestank absolut kalt zu lassen.
Mit sehr ernster Miene hielt er immer wieder Ausschau nach winzigen Glitzerpartikeln von Ari.
Sie gingen weiter und geschwind versuchte Sina stets den ganzen Kot und anderen Unrat auszuweichen, der stetig ihren Weg kreuzte.
Schließlich entdeckte Rocky in der Ferne Ari und murmelte sofort lauthals los: "Dahinten.. dahinten. Da ist Ari!".
Sina hielt kurz an um sich dessen auch zu vergewissern, doch ihre tränenden Augen konnten nur sperrlich Ari entdecken. Sie ging weiter und auch Ari bemerkte schließlich, dass ihre beiden Freunde zu ihr angekommen waren.
"Psst... nicht so laut" flüsterte Ari. Sina rieb sich die Augen und Rocky hüpfte gezielt von Sinas Schulter runter.
"Sind sie da?" fragte Rocky leise mit Blick auf einer tiefer gehenden Steintreppe. "Ja. Sie sind dort hinunter gegangen und sind jetzt in einem großen ründlichen Raum und diskutieren über irgendwas rituelles. Cora haben sie auf einen Altar hingelegt" erwiderte Ari flüsternd.
"Dann müssen wir uns beeilen. Die wollen die kleine sicherlich für irgendwas schlechtes nutzen oder opfern" sprach Rocky mit bösem Blick.
Wir müssen was tun. Die dürfen Cora nichts antun" mischte sich schließlich Sina besorgt ein. Rocky blickte zu ihr hoch und nickte zustimmend.
"Das wird kein Kinderspiel. Lasst uns runter gehen" sprach Rocky und sprang nach und nach die Treppenstufen hinab.
Sina und Ari folgten vorsichtig. Nach kurzer Zeit erreichten sie den ründlichen Raum. Es war eine altmodische große unterirdische Zisterne.
Sie betraten den Raum und wurden sofort von den Kultisten bemerkt. Regeungslos lag Cora in am Ende des Raumes auf einem geschmückten Altar und vor ihr stand eine finster wirkende Frau, vermutlich eine dunkle Magierin.

Was haben wir denn da? Da wollen wohl welche ihre kleine Freundin zurückhaben, was?" sagte die Magerin mit einem provokanten lachen in der Stimme.
"Was habt ihr mit Cora vor?" schrie Sina ungestüm raus, was Rocky und Ari schlagartig aus der Fassung brachte.
Die Magerin grinste. "Was wir vor haben? Sie unseren dunklen Gott opfern. Sie hat eine große mange an magischer Energie und ist ein wunderbares Opfer. Und passend. Sie hat schließlich ihre ganze Familie mit einem Schlag vernichtet. Ja. Genau sowas liebt unser dunkler Gott" erwiderte die Magerin erzählfreudig mit einem gemeinen hinterhältigen Blick.
"Gar nichts werdet ihr" schrie Rocky auf und rannte blitzartig in Richtung Altar.
Die 4 Kultisten hoben gleizeitig ihre Hand und riefen ebenfalls gleichzeitig: "Schattenmagie: Dunkle Barriere".
Eine violette düstere Barriere, wie eine Wand, zog eine Grenze durch den Raum. Rocky sprang und schlug mit geballter Faust an die Barriere. Ein gewaltiges Knallen ließ Rocky abprallen und mit einer starken Geschwindigkeit zurück zu Sina fliegen, wo er schmerzhaft gegen die Wand krachte, was diese leicht zerstörte.
Die Magerin begann zu lachen.
Sina blickte besorgt zu Rocky, der sich aber wieder aufrichtete und sich kleine Steinbrochen von der Kleidung wischte.
"Wir müssen zusammen Magie nutzen" sagte Ari flüchtig. Rocky ging nach vorne und hielt neben Sina an.
"Ja. Anders kriegen wir das Mistding nicht kaputt" erwiderte er zornig mit grimmiger Stimme.
Sina zog einen ernsten Blick auf.
Sie wusste, dass sie was machen musste um zu verhindern, dass Cora geopfert wird. Sie wollte eine alte Technik anwenden, die sie vorher nur sperrlich beherrschte, aber sie wusste genau, dass sie anders keine Chance hätte.
Ihre Feuerherzchen würden sicherlich nicht ausreichen. Sie biss sich leicht auf die Unterlippe.
"Okay seit ihr bereit?" fragte Sina mit ernster Stimme ihre Freunde. Ari zeigte keine Reaktion, was wohl wieder einmal aufzeigte, dass Ari immer bereit ist. Rockys Miene wurde von grimmig zu grinsend.
Los Leute" rief er auf. Alle drei leuchteten in ihren passenden Farben auf. Ari bläulich, Sina rötlich und Rocky in einem grünbraunen leuchten.
Die Magerin runzelte die Stirn und wollte sehen, was die drei können.
Ari war die Erste die etwas nach Vorne flog und rief: "Lichtmagie: Heilige Entgegensprechung". Mehrere magischen blaue Zauberkreise umhüllten Ari und schossen sehr schnell dutzende Lichtnadeln ab, die Richtung Barriere flogen.
Schließlich kam Rocky der merkwürdige Hsndbewegungen machte und aus der Boden erhob sich, durch einen erscheinenden Zauberkreis eine Art Eisenklumpen, der gewaltig zur Barriere katapultiert wurde.
Sina hielt ihre Arme nach Vorne und legte ihre Hande so aneinander, als würde sie sie etwas aus ihren Händen abschießen. Rot-Orangenes Licht umhüllte ihre Hände und sie rief laut: "Feuermagie: Flammenstrahl". Ein gewaltiger starkler Feuerwall floß aus Sinas Händen zur Barriere, der Sina selbst sogar langsam nach hinten rutschen ließ.
Die drei Attacken knallten mit aller Kraft gegen die Barriere und eine gewaltige bunte Explosion entfachte den gesamten Raum.
Die Druckwelle ließ Rocky und Sina zu Boden fallen.

Schnell richteten sie sich wieder auf und erschraken. Nicht... Die Barriere hatte nicht einen einzigen Kratzer.
Die Magerin begann richtig laut zu lachen. "Was? Das ist alles was ihr gemeinsam drauf habt?" fragte die Magerin provokant und hob ein Athame von einem kleinen Tisch auf.
Sina fiel schockiert auf die Knie.
Selbst gemeinsam konnten sie nichts machen und dabei hatte sie extra ihre stärkste Attacke eingesetzt.
Die Magerin ging langsam zum Altar und blieb neben der regungslosen Cora stehen. Sie hob das Athame über Cora.
"Sie will doch nicht???" stammelte Rocky erschöpft, der daraufhin hinfiel.
"Nein.." murmelte Sina mit großen Augen. Die Magerin begann finster zu kichern, während sie das Athame zielgerichtet über Cora zum stich ausrichtete.
"Nein!" schrie Sina und schlug mit beiden Händen auf den Boden. Ihre rote Kugel fiel aus ihrer Tasche und lag direkt vor unter ihr.
Tränen floß über Sinas Gesicht und gleitete langsam hinunter.
Die Magerin wollte gerade zustechen, doch als eine von Sinas Tränen auf die Kugel tropfte begann diese in einem unglaublichen Licht zu glühen.
Von der Kugel ging eine solche Energie aus, dass die Magerin sofort wie gelähmt verharrte.
Sina hob mit beiden Händen die leuchtende Kugel auf.
Wie aus einem tiefsen Instink angetrieben rief sie so laut sie konnte: "Bitte hilf mir!". Die Kugel entfachte ein gewaltiges Licht das zur Decke schoss und das langsam zu einem Wesen wurde.
Nach und nach nam das Licht gestalt an und aus dem Licht wurde sogar Feuer und schlussendlich war es vollkommen. Es war ein gewaltiger Phönix erschienen, dessen Funken und glitzer den ganzen Raum einhüllten.
Weiterhin waren die Kultisten samt ihrer Anführerin wie gelähmt. Sina kniete noch immer und hielt die Kugel, doch ihr Blick war leicht wie in Trance.
Rocky war ebenfalls wie gelähmt. Selbst er hatte sowas noch nie gesehen. Ari sank langsam zu Boden. Vermutlich waren auch ihre Kräfte zuende.
Die Magerin kam wieder innerlich zu sich und sie und ihre Kultisten ließen ihre Energie in die Barriere fließen um diese zu verstärken.
Der Phönix krächzte und breitete seine Flügel aus und schoss eine ganze Armee aus Flammen gegen die Barriere die zerbrach, als wäre Glas von Steinen zertrümmert worden. Das Feuer traf sowohl die Magerin wie auch ihre Anhänger und verbrannte diese zu Asche. Wie durch ein Wunder fügten die Flammen, die mitlerweile den ganzen Raum entflammten weder Cora noch den andere Schaden zu.
Das Gegenteil war der Fall. Cora begann schlagartig aufzuwachen und Sina sowie Rocky erhielten ihre Energie zurück. Selbst Ari begann wieder zu fliegen.
Sina war wie in Trance. Es war so als könnte sie direkt den Phönix kontrollieren. Aber auch ein Gefühl das langen kennens war in ihr zu finden.
Es war als wäre es nicht das erste Mal das sie und der Phönix sich sehen oder zusammen kämpften.
Der Phönix glühte auf und verschwand in ein zerfallen in Millionen von Glitzerfunken. Cora war gerettet. Sina war froh.
Alles war wieder gut ausgegangen und so fiel glücklich erschöpft zu Boden. Die Kugel leuchtete nicht mehr, dafür aber nun um so strahlender in Sinas Herzen......

Dienstag, 10. Mai 2016

Teil 20 - Der Kult. Cora´s Entführung!

Der Tag hatte für alle gut begonnen. Das Geschenk in Form einer magischen Kugel die Sina bekam, erfreute alle zusehens.
Sie hatten sich alle bereits gewaschen und fertig gemacht und gingen nach unten. Sie wollten noch im Gasthaus etwas essen und trinken und sich dann gemütlich auf dem Weg zum nächsten noch unbekannten Ziel machen.
Niemand von ihnen hatte einen Plan wohin es als nächstes gehen soll und vermutlich wollten sich wieder auf gut Glück losmarschieren und ins nächste Unheil rennen, was vermutlich wieder einmal auf sie wartete.
Insgeheim war es ihnen jedoch egal. Egal wohin es ging, egal was passiert. Irgendwas würde sicherlich kommen und sicherlich würden auch sie diese Herausforderung wieder einmal bestehen und dazulernen!
Rocky war als erstes ganz unten und sprintete voreilig zur Theke des Wirts um Essen und Trinken zu bestellen und vermutlich gleich zu bezahlen.
Es ist doch sehr interessant, dass niemand fragt, woher Rocky das Geld dazu habe. Sina und Cora suchten sich einen schönen großen Tisch aus an dem sie gemütlich Platz nahmen.
Sina blickte rüber zu Rocky der wohlgemerkt einen kleinen Plausch mit dem Wirt unternahm, der gerade die Speise zubereitete. Sie wunderte sich darüber, denn eigentlich war Rocky doch ein eher stiller Typ.
Ihr Blick fiel auf einen Waldelfen an einem anderen Tisch. Dieser bemerkte ihren Blick und blickte ebenfalls zu ihr hinüber. Sinas Blick fokussierte auf seinen langen Ohren, was bei ihm durchaus für Unmut sorgte innerlich.
Er begann Sina einen bösen Blick entgegenzuwerfen, woraufhin Sina sofort, aber sanft zu Cora schaute, die gerade einen ihrer Ringe abnahm und mit einem Tuch reinigte.
Ari hatte bereits auf Sinas Kopf Platz genommen, was die aber überhaupt nicht wahrnahm.
Schließlich kam Rocky zu ihnen und nahm mit einem herzhaften Sprung auf einem Stuhl am Tisch platz.
"Essen und Trinken kommt gleich" sagte er, während er versuchte es sich auf den harten Holzstuhl bequem zu machen.
Cora legte ihren Ring wieder an. Es war nicht gerade ein schönes Schmuckexemplar, aber vermutlich hing Cora an dem Ring aus welchen Gründen auch immer.
Sina betrübte das etwas, denn sie hatte keinen Schmuck. Nicht das sie nun Eifersüchtig war auf Cora. Nein, eigentlich fand sie Schmuck auch ganz toll, hat sich aber nie wirklich damit beschäftigt oder als wichtig angesehen.
Der Wirt kam und brachte Essen und Getränke und alle begannen, mit Ausnahme von Ari, zu essen.
Ari flog nah an Rocky heran und schien ihm etwas zuzuflüstern, was aber weder Sina noch Cora verstehen konnten.
"Meinst du? Also ich fühle nichts" antwortete Rocky schmatzend zu Ari, die kurzerhand wieder auf Sinas Kopf platz nahm.
Sinas Neugier wurde wieder einmal geweckt und sie mochte es gar nicht, wenn sie etwas nur zur hälfte mitbekam.
Kurz bevor Sina jedoch ihrer Neugier ausdruck verleihen konnte glühte kurzzeitig die Kugel in ihrer Tasche und es war für sie so, als hätte sie kurz eine warnende Hitze erspürt.
Abgelenkt davon holte sie die Kugel hervor und betrachtete sie.
Da sie aber keine weitere Reaktion zeigte legte sie sie wieder in ihre Tasche. Sina war etwas entnervt davon und sie hatte kein gutes Gefühl.

Plötzlich rissen seltsame Gestalten die Türen zum Gasthaus ein. Alle Gäste richteten ihre Blocke auf die merkwürdigen Typen, die wirklich unheimlich aussahen.
Einer der Vermumten blickte sich schnell um und als sein Blick auf Cora fiel, schrie er: "Da ist sie!".
Cora erschrak. Die seltsamen Gestalten ließen violette magische Zauberkreise um ihre Hände erscheinen und kurz danach schossen sie samit merkwürdige düstere Rauchwellen ab.
Einige der Gäste verfielen in Panik und ein Chaos brach im Gasthaus aus. Der Rauch wurde ziemlich dicht und kaum einer konnte noch einigermaßen sehen.
"Was soll das" schrie Sina und versuchte den Rauch mit ihren Händen wegzuwehen, was aber überhaupt nicht klappte.
Rocky war am husten und wild mit den Armen am wedeln.
"Pff... paff.. bäh.. was soll den der Mist" stammelte er hustend vor sich hin.
In Mitten des ganzen Chaoses schrie Cora stark auf und Sina sowie Rocky versuchten zu schauen was los ist, konnten aufgrund des Rauches aber nichts sehen.
"Cora?? Was ist los?? Wo bist du??" rief Sina geblendet.
Keine Antwort kam zurück und langsam verschwand der Rauch. Endlich konnten sie wieder etwas sehen und bemerkten, dass sie die einzigen waren, die noch im Gasthaus verweilten. Überall waren die Tische umgekippt und die Stühle im Raum verteilt. Speisen lagen auf dem Boden vertreut und ein leichter Qualm schwebte im Raum herum.
Sina versuchte Cora zu finden, doch die war nicht mehr da. "Rocky... Cora ist weg!!!!" rief Sina besorgt.
Rocky blickte sich schnell um und schaute schließlich zu Sina, wo er bemerkte, dass Ari nicht mehr auf Sinas Kopf war. Mit einem eifrigen Sprung auf gelangte er auf Sinas Schulter.
"Diese Typen müssen es auf sie abgesehen haben. Schnell lass sie uns suchen gehen, bevor sie ganz weg sind" sagte Rocky mit hastiger ernster Stimme.
Sina nickte und sofort rannte sie aus dem Gasthaus.
Draußen war geschrei von den Einwohnern zu hören. Sina versuchte sich einen Überblick zu verschaffen, konnte jedoch nicht rausfinden, wohin die Gestalten verschwunden waren. Es gab zu viele Gassen und Straßen vom Gasthaus aus.
"Da lang Sina!" rief Rocky, der mit seiner Hand auf eine Seitengasse zeigte.
"Wieso da lang?" fragte Sina hastig. "Schau doch mal... da ist eine Glitzerspur von Ari. Die ist denen nämlich gefolgt, siehst du?" erwiderte Rocky.
Sina blickte gründlicher und konnte dann auch die glitzernde Spur von Ari entdecken.
Sofort rannte Sina los................

Samstag, 7. Mai 2016

Teil 19 - Die Kugel des Phönix!

Der Morgen war angebrochen und sie alle wachten nacheinander auf. Nach Sinas furchtbaren Alptraum, entscheiden sie sich allesamt bei Sina im Bett zu schlafen. Gute Freunde beschützen sich gegenseitig und dies half Sina sehr wieder einzuschlafen.
Sina war immer noch recht müde.
Wirklich gut hatte auch beim zweiten Mal nicht geschlafen, wenn sie auch keine weiteren Alpträume hatte.
Cora war es, die zuerst einmal das Zimmerfenster öffnete um die frische Luft des Morgens hinein zu lassen.
Sie blickte zufrieden hinaus und hörte sich das gezwitscher der Vögel an. Rocky sprang von Sinas Bett zu Boden und ging langsam zur Zimmertür, die er mit einem gezielten Sprung öffnete. Er murmelte leise etwas vor sich hin, was aber niemand verstand und ging schließlich aus dem Zimmer hinaus.
Die anderen dachten sich nichts dabei. Schließlich kann es ja sein, dass er mal für kleine Kobolde müsse!
Sina gähnte laut und rieb sich die Augen. Das Vogelgezwitscher ging ihr deutlich auf den keks, weshalb sie nach Cora einen entnervten Blick warf, die das aber nicht mitbekam, da sie weiterhin aus dem Fenster blickte.
Nach einer guten halben Stunde kam Rocky wieder zurück ins Zimmer mit einem verschnürrten Paket in der Hand. Es war kein sonderlich großes Paket und auch eher ründlich eingepackt.
"Sina. Ein Bote, der eben ins Gasthaus kam, sollte dies hier an dich liefern" sprach Rocky und legte das Paket in der Mitte des Zimmers auf den Boden.
Sina schaute verduzt und fragend zum Paket und schrat langsam zu ihm hin. Auch Ari war mitlerweile erwacht und schien neugierig zu erfahren, was im Paket sei.
Cora schloss langsam das Fenster und ging ebenfalls zum Paket. Alle standen neugierig vor dem kleinem Geschenk und warteten darauf, dass der Inhalt endlich enthüllt wurde.
Sina begann sich auf den Boden hinzusetzen und nach dem Paket zu greifen. "Von wem das wohl ist?" fragte Sina murmelnd und begann es auszupacken.
Schließlich hielt Sina das Geschenk vollends in Händen. Es war eine seltsam leuchtende Kugel. Es schien als wäre sie aus Glas, doch im inneren war es, als würde dort Feuer brennen und Nebel aus Licht umherschwirren.
"Was ist das?" fragte Cora zurückhaltend. Rocky runzelte die Stirn. "Ein Beschwörungs-Kontrakt" sagte Ari und zog die Aufmerksamkeit auf sich. "Ein WAS???" fragte Sina verwirrt. Sowas hatte sie noch nie gehört und so eine Kugel ebenfalls nicht, auch nicht in Büchern.
"Ein Beschwörer-Kontrakt" erwiderte Ari mit lauterer Stimme.
Sina schaute Ari verwirrt und nichtswissend an. "Davon habe ich einiges gelesen" mischte sich Cora überstürzt ein.
Sina schaute zu ihr hin. "Dann erkläre es mir bitte, Cora" jammerte Sina ungeduldig mit einem leicht frechen Unterton.

Cora verschränkte die Arme und schloss die Augen. "Also diese Kugel ist ein so genannter Beschwörungs-Kontrakt. Ein Objekt einer Esper, einem Wesen aus einer anderen Welt, welches man mit dieser Kugel heraufbeschwören kann.
Jeder kann durch Magie Bestia beschwören, aber Esper sind so gesehen höhere Bestia. Sie sind meist stärker, schlauer und man kann sie nur alle 7 Tage beschwören. Von nöten ist beim beschwören einer Esper, eben so ein Kontrakt - In diesem Fall, diese magische rote Kugel, die vermutlich irgendeine Feuer-Esper heraufbeschwört.
Das Beschwören ist nicht leicht und funktioniert bei jedem Kontakt anders. Dieser Kontrakt hat nebenbei weitere passive Boni.
So verstärken sich oftmals beim puren dabeihaben eines solchen Kontrakts bestimmte Aspekte wie stärkere Feuerzauber, schneller zaubern, fliegen können und viele weitere. Das ist bei jedem Kontrakt anders. Ja mehr weiß ich darüber auch nicht!" erzählte Cora ausführlich.
Sina war ganz verduzt. Wer schenkt mir sowas wertvolles, fragte sie sich innerlich. "Das wird dir sicherlich irgendwann nützlich sein, Sina" sprach Ari ruhig.
Sina hob die Kugel auf und ihre Augen leuchteten für einen kurzen Augenblick in den Farben der Kugel auf.
"Die Kugel ist wirklich schön" flüsterte Sina verliebt. "Es wird vermutlich zu einem Phönix-Esper gehören" mischte sich Rocky mit ernster Stimme und Miene ein. Alle blickten Rocky an und waren verwundert. Da wusste der kleine Kerl doch mal wieder mehr und kam mal wieder nicht mit der Sprache raus.
"Ein Phönix??!" murmelte Sina mit Blick auf die Kugel. "Ja Phönixe sind uralte lengendäre Multitive Bestia, die wenn sie beschworen werden nicht nur alle Feinde angreifen, sondern gleichzeitig alle verbundeten heilen und sogar wiedererwecken können" erzählte Rocky klug vor sich hin.
Das Wort Wiedererwecken erreichte Sina tief im innersten Selbst. Mit einem Wesen, dass ihre Freunde, die vielleicht mal im Kampf sterben könnten, vielleicht sogar durch sie selbst, wiedererwecken kann, müsste sie keinerlei Angst mehr haben.
Sina fühlte eine selige Ruhe in ihr.
"Ich nenne sie einfach die Kugel des Phönix. Ja, das gefällt mir" sagte Sina fröhlich.
Sie steckte die Kugel in einer der Taschen ihres Hexenmantels. Eine sinnliche Wärme umhüllte Sinas Seele.
Es war als wäre etwas lang verlorenes zu ihr zurückgekehrt. Sie wusste nicht was genau dies bedeutete, aber dennoch ließ sie es zu.
Es hatte ihr einiges an Last abgenommen und nun konnten sie endlich weitergehen......