Montag, 2. Mai 2016

Teil 18 - Alptraum. Das Goldene Licht wird schwarz!

Sie waren alle sehr erschöpft.
Den ganzen Abend hatten sie geredet, sich besser kennengelernt und schließlich waren sie müde.
Rocky war der Erste, der sorglos einschlief und vor sich hin schnarchte. Ari schlief ebenfalls recht danach ein und eine kurze Weile führten Sina und Cora ein eher plumpes Gespräch, bis auch diese sich dazu enschlossen, sich endlich hinzulegen und ins Reich der Träume einzugehen.
Sina gleitete nur schwerfällig in den Schlaf. Coras traurige Geschichte hatte sie deutlich erschüttert und es warf in ihr schmerzliche Fragen über sich selbst auf. Nach gefühlten Stunden schlief Sina endlich erschöpft ein und musste sich nichtsahnend ihren schon wartenden Träumen stellen.

Ihr Traum spielte wohl im Orbelfen-Wädchen, denn sie stand in mitten der Orb-Elfenstadt. Es regnete sehr stark und ein leichter kühler Nebel umgab die gesamte Stadt.
Rocky und Ari waren ebenfalls vor Ort, doch seltsam farblos.
Sina rührte keinen Finger und blickte sich weiter um. Alles war für sie so furchtbar unangenehm. Sie fühlte sich sehr unwohl.
Nicht das sie der Regen oder Nebel störte. Nein, alles war fast farblos, eher dunkel gestaltet. Sie erinnerte sich an dieses Gefühl. Es war das gleiche Empfinden, was sie hatte, als dieser Zwerg und seine Kälte sie angriffen. Als würde die Dunkelheit selbst ihr die Kehle zuschnürren.
"Sie kommen!" sagte Rocky mit einer merkwürdig dunklen Stimme und zeigte auf die kommende Goblin-Armee, die sich der Stadt näherte. Es waren tatsächlich jene Goblins, die Sina mit ihrer goldenen Magie besiegte.
Sie verstand es nicht. Wieso sind sie wieder hier, fragte sich sich. Ihr Herz begann zu rasen. Doch irgendwie fühlte sie auch einen leichten Schmerz in ihrem Herzen.
Die Goblin schritten mit einem furchtbaren Tempo vorran und schlachteten auf ihren Weg viele Tiere und Orb-Elfen nieder.
Sina erinnerte sich, dass die Goblin, gegen die sie antritt keine blutigen scharfen Waffen hatten.
Sie erschauderte. Alles war voller Blut und die sterbenden Schreie der Tiere und Elfen machten ihr Angst. Ihre Beine fingen an zu zittern. Sie konnte sich wieder nicht bewegen. Sie versuchte es, doch es klappte einfach nicht. Wieso nur, fragte sie sich selbst weinerlich. Die Goblins kamen näher und dicht gefolgt der große Goblin, den Sina einst besiegte. Er war in einer dunklen passenden Rüstung unterwegs und rannte gezielt auf Sina zu.
"Ich mach dich fertig" rief Rocky wieder mit einer ungewöhnlich düsteren Stimme und begann auf den großen Goblin zuzurennen.
Ari folgte ihm mit gleichem Tempo und schließlich erreichten sie beide den großen Goblin. Sina wusste, was ihre beiden Freunde drauf hatten und wurde schlagartig negativ überascht.
Der Goblin holte mit seinen zwei Schwertern aus und schlug beide gleichzeitig hinfort. Ari fiel zu Boden und das Licht was sie umgab erlosch blitzartig und sie löste sich in winzige Partikel auf, bis sie gänzlich verschwand.
Rocky fiel ebenfalls furchtbar zu Boden und blieben mit weit aufgerissenen Augen und offenen Mund, aus dem Blut floß liegen. Sie waren Tot....
Sina war weiterhin wie gelähmt. Sie weinte. Ihre Freunde wurden kaltblütig getötet und sie konnte nichts tun, nur bemitleidenswert zusehen.
Sie fühlte sich als würde Eis durch ihre Adern fließen. Ihr ganzer Körper zitterte. Der Goblin blieb neben Rocky stehen und blickte Sina grinsend an, als würde er sie nicht ernst nehmen.
Sina schloß ihre Augen. Sie wollte all das nicht sehen. Sie wollte alle Retten. Sie fühlte ihre kraftvolle Magie. Sie öffnete ihre Augen und das zittern war fort.
Das goldene Licht umgab sie wieder. So wie damals und sie wusste was sie tun sollte. Sie wusste, sie habe die Kraft alle zu retten. Sie strahlte immer mehr und sie aktivierte die goldene Säule. Jene Magie, die sie einsetzte um die Goblin damals zu besiegen.
Um sie heru bildete sich eine Säule aus goldenem Licht, die zunehmend stärker wurde. Der Goblin blieb jedoch ruhig und begann laut zu lachen.
Sina konzentrierte sich weiter und sie wusste was nun folgen sollte und das dem bösen Goblin sein lachen nun vergehen würde, doch es kam anders als sie dachte.
Der Regen wandelte sich zu einem schweren Gewitter und Blitze fuhren hernieder. Nicht wo sie stand, aber um sie herum.
Ein schreckliches Gefühl drang in Sina ein. Sie erschrack schlagartig, denn ihr goldenes Licht, das sie so herzerwärmend umgab wurde langsam dunkler und dunkler.
Die Wärme, die sie umgab wurde zur tiefesten Kälte und so geschah es, dass ihr Licht, ihre Säule Pechschwarz wurde.
Sie beendete ihre Handstellung mit der Hoffnung es würde die Magie ebenfalls auflösen, doch dem war nicht so. Ihre kalte schwarze Säule breitete sich aus.
Sina blickte gelähmt und schockiert zu wie die Säule breiter und breiter wurde und die Goblin heilte und die armen Tiere und Elfen in Stücke riss. Die Säule zerstörte selbst die Gebäude und so kam es, dass das die ganze Stadt vollkommen zerstört wurde und nichts als Erde übrig blieb, worauf sie hier nun standen.
Sina schrie unentwegt "Nein", doch es brachte nichts. Die Goblins schienen von dem schwarzen Licht sogar noch stärker zu werden, denn sie wurde größer und größer. Der Himmel war Pechschwarz und nur das aufflackern der Blitze zeigte ihn eindrucksvoll Böse. Sie weinte.
Ihre Augen tränten wie ein Fluss. Weiterhin schrie sie "Nein". Der große Goblin ging langsam zu ihr hinüber. Sina blickte ihm direkt in seine leuchtenden roten Augen. Er griff sich in eine seiner Taschen und holte einen Spiegel hervor und richtete ihn auf Sina.
Sina blickte zögerlich in den Spiegel und erschrack vor ihrem Spiegelbild. Als würde man ihr die Seele entziehen.
Sie sah sich selbst. ihr dunkelblondes Haar war Schwarz wie die Nacht. Ihre blauen Augen waren so grün, wie da Unheil selbst. Sie konnte nichts sagen. Sie schaute an sich hinunter. Ihre Kleidung war anders... düster... böse... kalt.
Sie bemerkte, dass ihre Fingernägel schwarz wie der Tod waren. Sie glühten fast schwarz. Ihr fiel das Schlucken schwer.
Der Goblin ließ den Spiegel fallen, der zerbrach. Sina blickte den Goblin nicht an. Sie schloß die Augen.
Ein starker Schmerz in der Brust ließ ihre Augen sich öffnen. Der Goblin hatte sein Schwert in ihr gebohrt und grinste sie spöttisch an.
Ihr Körper wurde Taub und sie schmeckte Blut in ihrem Mund. Wie unentlich grausam sie all das empfand.
Der Goblin richtete sich ihr hin und stand nun mit gleicher Augenhöhe zu ihr. Sein Kopf kam näher. Sina Blick wurde sichtbar dunkler, trüber, von der Finsternis des Todes eingenommen.
"Du dummes Mädchen. Wo Finsternis ist, ist auch das Licht und wo das Licht ist, ist ebenfalls immer die Finsternis" sagte der Goblin zu ihr grausam mit teuflischer Stimme. Er zog sein Schwert aus Sina raus und begann wieder laut zu lachen.
Alles wurde schwarz und Sina fiel rückwärts hernieder. Es war, als würde sie in ein tiefes Loch fallen. Ein Loch ohne Boden.
Sie wachte ängstlich auf. Rocky, Cora und Ari waren an ihrem Bett. Sina schnappte krampfhaft nach Luft und ihre Augen waren mit Tränen übergoßen. Sie griff sich an die Brust und blickte auf die Stelle, wo sie eine Wunde vermutete, doch alles war okay. Es war alles nur ein böser Alptraum.
Sie schaute sich um und begriff, dass ihre Freunde lebendig waren. Sie konnte sich nicht zurückhalten und ergriff Cora und weinte alles raus, was ihre Seele hergab. Cora nahm sie fest in den Arm.
Ari und Rocky schmiegten sich an Sina und diese war froh. Froh hier zu sein. Nicht der Schmerz war grausam, nicht die Dunkelheit war schlimm. Nein, ihre Freunde zu verlieren war der wahre Alptraum für sie.
Ihr Herz wurde leicht, denn ihre Freunde war jetzt bei ihr und in all der Kraft ihrer Umarmungen war die Finsternis fort gegangen und drei Lichter erstrahlten wie ein einziges. Ein goldenes Licht der Freundschaft................

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen