Mittwoch, 20. April 2016

Teil 3 - Die Nacht im Wald!

Die Sonne war untergegangen und Sina fröstelte es ein wenig. Noch immer schmeichelte ein frischer Wind ihre Wangen. Rocky saß schon seit Stunden nicht mehr auf Sinas Schulter, sondern marschierte eifrig neben sie.
"Mir ist kalt" murmelte Sina bedeutungslos an sich selbst, auch wenn dies ihr in keinsterweise half. Rocky schaute beim gehen zu ihr hoch, zeigte jedoch mit ernster Miene keinen Grund darauf zu antworten.
Ihm war auch kalt. Die Nacht hatte es nun einmal so inne, dass es kälter werde. Nach einer Weile bemerkte er, dass Sina begann immerzu häufiger zu stolpern. Vermutlich aus Erschöpfung und Müdigkeit. Er dachte nach. Eigentlich wäre es wirklich besser weiterzugehen, dachte er sich. Je schneller sie aus den Wald raus waren, desto besser. Schnell war ihm aber klar, dass Sina einfach nicht mehr konnte.
Verständlich, dass man einem kleinem Mädchen nicht so einen langen ausdauernden Marsch zumuten könne.
Warte!!! Hier machen wir Pause" sprach er mit lauter Stimme zu Sina, die erschöft nur mit dem Kopf nickte und stehen blieb um sorgfältig auszuatmen.
Während Rocky sich umsah, nach einem geeigneten Platz für die Nacht, fiel Sina auf die Knie und stöhnte vor Erschöpfung. "Puh. Man bin ich geschafft" posaunte sie schwerfällig und schloss beide Augen. Rocky kam zu ihr hin, blickte sie kurze Zeit an und drehte sich wieder um.
"Ja hier ist ein guter Platz zum ausruhen" flüsterte er. Sina bemerkte es nicht einmal. Sie war auf Kniehen eingeschlafen und atmete leise vor sich hin.
Rocky grinste. Wie leichtsinnig die Menschen doch schlafen, wo jederzeit etwas Böses kommen kann, dachte er sich. Aber er machte Sina keine Vorwürfe. Wie könne er, ein Erdbuddelkobold von 200 Jahren einem kleinen Kind Vorwürfe machen?
Sina träumte von ihrer Großmutter, die in einem ihr unbekannten Haus selbst Marmelade herstellte und in Gläsern füllte. Ein angenehmer Duft umhüllte die Situation im Traum, den Sina unentlich genoß.
Ein Knacken erregte Rockys Aufmerksamkeit. Es war kein Geräusch was ein Tier machen würde. Seine Sinne schalteten sich wie durch Zauberei auf Gefahr und mit scharfen Block und noch schärferen Ohren versuchte er das zu bestimmen, was das Geräusch von sich gab.
Vor vielen Jahrzehnten hörte er das Geräusch schon mal, aber er konnte sich einfach nicht erinnern woran.
Das nahe Gebüsch fing an zu rascheln, denn etwas kam zu ihnen und schnell entdeckte er, was genau schließlich erschien. Es war ein zackiger Baumwolf.
Mit leuchtend grünen Augen blickte er erst die schlafende Sina und dann den kleinen Rocky hungrig an, während seine Zähne sich mit Speichel tropfend umhüllten.
Ohne Zweifel wollte diese Bestie, die keineswegs ein normaler Wolf war beide fressen. Sein erfahrenes Auge zeigte Rocky sofort, dass dieser Wolf schon lange nichts mehr gegessen hatte und jedwaigige Kominikation vergebens wäre.
Der Wolf knurrte und fletschte mit den Zähnen, während seine Augen wie pures Gift erstrahlten.
Rocky jedoch blieb absolut ruhig. Nicht die geringste Spur Angst war ihn ihm vorhanden. Väterlich schaute er zügich zu Sina, die schlafend nichts mitbekam und wie eine friedvolle Blume auf einer windigen Weide bestand.
Wie gut das sie schläft, dachte er sich. Er wollte wirklich nicht, dass Sina jetzt schon etwas so grauenhaftes mitansah. Nein. Bereit war sie dafür sicherlich noch nicht.
Urplötzlich schnellte der Wolf los. Mit einer furchtbaren Geschwindigkeit biss er nach dem kleinen Kobold und konnte tatsächlich etwas zu beißen kriegen.
Noch bevor der Wolf wirklich bemerkte ob er den Kobold wirklich erwischt hatte, schmeckte er einen geradezu wiederlichen Geschmack im Maul.
Sofort spuckte er das aus, was ihr im Maul hatte. Zu seinem eigenen Verwundern, waren es ein Haufen Blätter und nicht Rocky. Der Wolf spuckte weiterhin, weil er einfach den Geschmack nicht aus dem Maul bekam, was ihm deutlich missfiel. Hinter ihm tauchte wie aus dem Nichts Rocky auf.
Dieses Mal jedoch mit bösem Block, der wie ein Schwert auf den Wolf gerichtet war. Der Wolf drehte sich um.
Doch bevor er etwas machen konnte bemerkte er verstörend, dass Rockys Hand magisch in Grün und Brauntönen leuchtete. Der Wolf war wie gelähmt. Es war wohl das erste Mal, dass er Magie in dieser Form sah. Rockys böser Blick beschwichtigte sich rasch und ein Ausdruck der Gleichgültigkeit trat an seiner Stelle zum Vorschein.
"Erdmagie: Efeufesseln" sagte Rocky und ballte seine leuchtende Hand, dessen leuchten schlagartig verschwand. Die Erde um den Wolf bewegte sich und der Wolf reagierte äußerst verwirrt darauf. Er verstand, dass er hier nicht fündig werde und versuchte schlagartig sich umzudrehen um zu flüchten, doch mehrere Stränge Efeu wucherten mit enormer Schnelligkeit aus dem Boden, umranken den Wolf und fesselten ihn qualvoll. Der Wolf fiel zu Boden. Die Ranken des Efeus ließen nur seine Schauze frei, die schleimend schnaupte.
Rocky ging langsam auf den Wolf zu, während er aus eine seiner Taschen ein winziges Kürschnermesser hervorholte. Er blieb vor dem qualvoll gefesselten Wolf stehen, der sich nicht mehr bewegen konnte und weiterhin schnaupte. Rockys Messer blitze im dunkeln auf bevor es in den Wolf eindrang.
Sina wurde von einem leckeren Duft geweckt und öffnete mühselig die Augen.
Es war früher Morgen. Ein typischer Morgenwalfgeruch schwirrte um sich, aber auch ein sehr köstlicher Duft streichelte ihren Geruchssinn. Sina erhob sich aus ihrer liegenden Position, die sie nicht mal bemerkte. Sie erinnerte sich nur, dass sie auf knien einschlief. Verwundert richtete sich sich in eine Sitzposition und schaute sich um.
Nahe bei ihr war ein Lagerfeuer entzündet worden und etwas fleischiges wurde über ihm zubereitet. Sie wischte sich mit ihren Händen durchs Gesicht, rieb ihre Augen und bemerkte schließlich ihren kleinen Freund Rocky, der das Gericht zubereitete, was sie so ungehemmt roch.
"Guten Morgen" sagte Rocky und blickte lächelt zu Sina, die gleiches, wenn auch langsam erwiderte.
Sie wollten ihn eigentlich fragen, woher das Fleisch käme, warum überall zerrissene Efeuranken liegen, aber sie wurde aufgehalten von einem mächtigen Magenknurren ihrerseits.
Rocky begannt laut zu lachen, schnitt mit seinem Messer ein selbst für ihn zu großes Stück Fleisch ab, was über dem Feuer erhitzte und brachte es Sina, die es dankend annahm und sofort herzhaft verzerte.
Auch Rocky schnitt sich immer wieder kleine Teile für ihn passend ab und aß genüsslich. Seine Augen kreisten langsam in einer Runde ihres Platzes.
Er stellte sich darauf ein, sich eien Antwort auszudenken, da sie sicherlich fragen werde woher das Fleisch stamme. Rocky grinste beim essen. Nein. Noch nicht, dachte er sich, schenke Sina einen Blick, den sie erwiderte und zwingerte ihr liebevoll zu..........

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